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Weihnachts-CD 3: Michael Praetorius

Als kleiner Nachtrag zu den nun bereits vergangenen Weihnachtsfeiertagen folgt die nächste Empfehlung: die "Christmette", eine Rekonstruktion einer Lutheranischen Messe zum Weihnachtsmorgen, wie sie um 1620 stattgefunden

Als kleiner Nachtrag zu den nun bereits vergangenen Weihnachtsfeiertagen folgt die nächste Empfehlung: die “Christmette”, eine Rekonstruktion einer Lutheranischen Messe zum Weihnachtsmorgen, wie sie um 1620 stattgefunden haben könnte – mit Musik fast ausschließlich von Michael Praetorius, einem nach wie vor leider oft vernachlässigten Komponisten am Beginn des 17. Jahrhunderts.
Paul McCreesh rekonstruiert auf dieser Aufnahme einen an der lutherischen Liturgie der Zeit orientierten Gottesdienstablauf, mit Chorälen, Gebeten, Lesungen (einzig die Predigt ist ausgespart) – und vor allem mit prächtiger vielchöriger Figuralmusik Michael Praetorius'.
Interessant dabei: der Ablauf eines lutherischen Gottesdienstes ist auch heute noch in fast gleicher Form zu erleben. Mit welch farbigen Mitteln man jedoch bereits im 17. Jahrhundert eine solche Christmette auszugestalten in der Lage war, das sollte ein jeder an der Musik dieser Zeit Interessierte einmal gehört haben, auch aus diesem Grunde diese Empfehlung.
Paul McCreeshs Gabrieli Consort & Players fesseln vom ersten Ton an. In der großartigen Akustik der Kathedrale im dänischen Roskilde (deren Chöre ebenfalls an der Einspielung mitwirken) versetzen sie den Hörer tatsächlich in die Zeit Praetorius' und zugleich in Weihnachtsstimmung. Energisch und kraftvoll, wie man es von diesem Ensemble gewohnt ist, wird der an sich schon ungeheuer energetischen Musik Leben eingehaucht. Selbst der Choralgesang, in heutigen Gottesdiensten viel zu oft nur eine lästige Pflicht, wird mit solch feierlichem Ernst und so überzeugend betrieben, daß man sich genau diese Emphase für jeden Gottesdienst wünscht.
Den wohl nachhaltigsten Eindruck hinterlassen dann aber doch die Figuralmusiken von Praetorius, wuchtig und filigran zugleich: “Quem pastores laudavere”, heute wohl eines seiner bekanntesten Werke, da es in vielen Weihnachtsgottesdiensten zur Tradition geworden ist, “Wie schön leuchtet der Morgenstern”, “Jesaja dem Propheten das geschah” und vor allem das die CD abschließende prächtige “In dulci jubilo”, fünfchörig gesetzt und besonders durch einen Bläserchor “gekrönt”, der damals vermutlich von den Stadtpfeifern gespielt wurde – an weihnachtlichem Jubel wohl kaum zu überbieten. Viel Spaß beim Hören und Staunen einer CD, die meiner Meinung nach zu den besten jemals aufgenommenen Klassik-CDs gezählt werden kann!

Ein gesegnetes, erfülltes und erfolgreiches neues Jahr 2010 wünscht
David Erler


Hier gibt es einen Höreindruck vom Abschluß dieser Christmette:

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