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Weihnachts-CD 4: Epiphanias-Messe

Pünktlich zum 06. Januar, dem Epiphaniastag, nun die vorerst letzte Weihnachts-CD-Empfehlung: eine erneut von Paul McCreesh rekonstruierte "Messe zu Epiphanias", wie sie unter Johann Sebastian Bach um 1740 in der Leipziger

Pünktlich zum 06. Januar, dem Epiphaniastag, nun die vorerst letzte Weihnachts-CD-Empfehlung: eine erneut von Paul McCreesh rekonstruierte “Messe zu Epiphanias”, wie sie unter Johann Sebastian Bach um 1740 in der Leipziger Thomaskirche hätte gefeiert werden können.
Wiederum also eine Zusammenstellung von Gebeten, Chorälen, Lesungen (diesmal auch mit einer kurzen Luther-Predigt) und Figuralmusik zu einem zwar fiktiven aber durchaus möglichen Gottesdienstablauf der Zeit im lutherischen Leipzig. Die Musik erklingt also wiederum in dem Kontext, für den sie ursprünglich komponiert wurde. Allein diese Tatsache macht auch diese Aufnahme schon empfehlenswert. Jedoch ist es auch hier nicht nur dies allein, sondern Paul McCreesh und seine Gabrieli Consort & Players feiern diesen Gottesdienst tatsächlich im wahrsten Wortsinne: mit einem dem Feiertag mehr als angemessenen prachtvollen und emphatischen Gestus.
Der Fokus liegt natürlich auf Johann Sebastian Bach und seiner Musik: so sind neben einigen Orgelwerken auch die beiden Kantaten “Sie werden aus Saba alle kommen” BWV 65 und “Schmücke dich, o liebe Seele” BWV 180, das Sanctus BWV 238 sowie die lutherische Messe F-Dur BWV 233 (in der besten auf dem Markt erhältlichen Einspielung!!) in den Ablauf eingebettet – wahrhaft ausufernd also.
Aber tatsächlich fügen sich alle diese Kompositionen nahtlos zu einem großen Ganzen zusammen und verschmelzen mitsamt der Liturgie und den Chorälen zu einem wirklichen Gottes-Dienst. Deshalb beeindruckt nicht allein die Virtuosität und Vitalität der Interpretationen der Figuralmusik, sondern auch und vor allem die feierliche Schlichtheit der liturgischen Gesänge und der kraftvolle Choralgesang, teils mit, teils ohne Orgelbegleitung. Bestes Beispiel: die den Gottesdienst beschließenden 10 Strophen “Vom Himmel hoch” mit im Stil der Zeit improvisierten Orgelinterludien zwischen den Choralzeilen – hier wird einem die Kraft, die von überzeugt gesungenen Chorälen ausgehen kann, 10 Minuten lang eindrucksvoll vor Augen respektive Ohren geführt!
In diesem Sinne ergeht auch für dieses Tondokument (eingespielt übrigens in den Kirchen Brand-Erbisdorf und Freiberg in Sachsen) eine uneingeschränkte Empfehlung! So wünscht man sich einen musikalischen Gottesdienst!

Auch hierzu wieder ein kleiner Höreindruck, namentlich besagter Choral “Vom Himmel hoch”:

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