Johann Kuhnau

Wohl kaum einem anderen Komponisten habe ich mich in den vergangenen Jahren so intensiv gewidmet wie Johann Kuhnau. Beginnend mit meinem Diplomkonzert an der Hochschule für Musik & Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ im Jahr 2006, in dem ich die einzige erhaltene Alt-Solokantate Kuhnaus aufführte, über eine wissenschaftliche Arbeit meiner Ehefrau, die sich im Rahmen ihres Lehramtsstudiums intensiver mit Kuhnau befaßte, markiert das Jahr 2013 einen entscheidenden Punkt, in dem die erste CD der letztlich zur Gesamtaufnahme weiterentwickelten Reihe beim Label cpo eingespielt wurde.
Seitdem begleitet mich Kuhnau gewissermaßen auf Schritt und Tritt: sängerisch, aber vor allem editorisch und forschenderweise. Deshalb möchte ich an dieser Stelle sukzessive immer wieder einige Fakten und Informationen zu ihm und seiner Musik veröffentlichen.

So verwunderlich es ist, daß sich bisher noch niemand ausführlich dem Vokalwerk dieses auch für die Stadtgeschichte meiner Wahlheimat Leipzig bedeutenden Komponisten gewidmet hat, so beglückt bin ich auch, daß ich selbst diesen Fakt endlich zu ändern mithelfen kann.
Bis zu seinem 300. Todestag im Jahr 2022 werde ich als Herausgeber beim renommierten Musikverlag Breitkopf & Härtel sein gesamtes erhaltenes Kantatenwerk erstmals vollständig in wissenschaftlich-kritischen Editionen veröffentlichen. Die ersten Ausgaben sind 2014 noch beim Pfefferkorn Musikverlag Leipzig erschienen und mittlerweile über das Sortiment von Breitkopf & Härtel im Fachhandel erhältlich. Begleitend dazu erfolgt beim Label cpo die bereits erwähnte Einspielung der Werke. Hier ergibt sich nun die Synergie mit dem Ensembe Opella Musica unter seinem Leiter Gregor Meyer, der für diese Aufnahmen verantwortlich zeichnet, an denen ich ebenfalls als Sänger beteiligt bin. Die ersten 3 Folgen liegen inzwischen bereits vor und erhielten ausnahmslos positives Echo.
Im Frühjahr 2015 wurde ich zudem gemeinsam mit Gregor Meyer für das halbjährlich erscheinende Bach Magazin zum Kuhnau-Projekt befragt. Das Gespräch mit der Chefredakteurin Christiane Schwerdtfeger darf ich hier dankenswerterweise zum Nachlesen anbieten:

„Den Kuchen ganz aufessen“ – Bach-Magazin 1-2015

Weiterhin widmete sich die renommierte Reihe Abendmusiken in der Predigerkirche in Basel im Dezember 2015 unter der Leitung von Jörg Andreas Bötticher Johann Kuhnaus Musik, unter anderem mit zwei bereits erschienenen Werken. Für das Programmheft des Abends verfaßte ich den Begleittext, in dem ich versucht habe, ausführlich auf die besondere Funktion Kuhnaus in der Musikgeschichte sowie seine meisterhaft texbezogene Kompositionsweise einzugehen. Dieses Programmheft ist ebenfalls online einseh- und nachlesbar:

Abendmusiken in der Predigerkirche Basel – Programmheft 12/2015: Johann Kuhnau

Und im Dezember 2017 widmete die Leipziger Volkszeitung in ihrem überregionalen Kulturteil eine ganze Seite unserem Kuhnau-Projekt. Wenn auch nicht alle Details stimmen (wie z.B. die Namen in der Bildunterschrift), so ist auch dies eine erfreuliche Reaktion auf unsere Arbeit, die hoffentlich mit dazu beitragen kann, diese herrliche Musik bekannt zu machen.

Entdecken Sie also gemeinsam mit mir Johann Kuhnau, seine Musik wird Sie reichlich entlohnen!