Encountering Bach

oder: Bach goes Malaysia goes Bach!
In den vergangenen Wochen war David Chin in Leipzig und vielen weiteren Orten unterwegs, die mit Johann Sebastian Bach in Verbindung stehen. David ist der Gründer und Leiter des Bachfest Malaysia, und gemeinsam mit dem Geiger und Filmemacher Moses Lim arbeitet er derzeit an einer dokumentarischen Serie über Bach, sein Leben und seine Musik. Die einzelnen Folgen werden in Mandarin und Englisch veröffentlicht werden, und sie sollen Bachs Musik, das „fünfte Evangelium“ (so der schwedische Bischof und Friedensnobelpreisträger Nathan Söderblom), in Malaysia und ganz Südostasien verbreiten.

David widmet sich Bachs Musik und der Beschäftigung mit seinem Leben und seinem Umfeld mit unglaublicher Hingabe und Leidenschaft, und dank der tatkräftigen Unterstützung vor allem von Michael Maul und Manuel Bärwald vom Bach-Archiv Leipzig konnte er die Zeit hier enorm effektiv nutzen und eine Menge Filmmaterial sammeln, wie schon der erste Trailer für die Dokumentation zeigt:

Ich fühle mich geehrt und beschenkt, daß ich ihn kennenlernen und Freundschaft mit ihm schließen durfte, und ebenso, daß ich als einer der Künstler und Wissenschaftler, die David Chin vor die Kamera holte, auch ein kleiner Teil der Filme sein werde.

Also bleiben Sie gespannt, ich werde an dieser Stelle selbstverständlich darüber informieren, wenn es die erste(n) Folge(n) zu sehen gibt!
Übrigens: David Chin und sein Ensemble aus Malaysia werden im nächsten Jahr beim Bachfest in Leipzig zu hören sein!

Ihr
David Erler

Mitteldeutsche Einsamkeit

Meine neueste CD-Veröffentlichung steht unter dem Titel „Einsamkeit, o stilles Wesen“. Und selten war ich so glücklich über eine Aufnahme, das gebe ich gern zu. Endlich wieder einmal – sage und schreibe 15 Jahre nach unserer CD-Produktion mit Musik von David Pohle, die damals zugleich meine erste Aufnahme als Solist war – durfte ich mit dem Ensemble L’arpa festante und Christoph Hesse am Mikrophon stehen, gemeinsam mit den großartigen Sängerkollegen Sibylla Rubens, Hans-Jörg Mammel und Thomas Gropper. Aber nicht nur die Besetzung hat Freude gemacht, sondern auch und besonders die durchweg wunderbare Musik: barocke Kantaten aus Mitteldeutschland, also die Musik, in der ich mich am meisten zuhause und der ich mich besonders verbunden und verpflichtet fühle.
Allein für den Eingangschor der ersten Kantate lohnt sich das Hören dieser CD. Christian August Jacobis Kantate „Meine Sünden gehen über mein Haupt“ war für mich DIE Entdeckung bei dieser Aufnahme, und der erste Satz geht mir noch immer zu Herzen, wenn ich ihn nun höre. Neben weiteren Kantaten von Johann David Heinichen, Ernst Nicolaus Thaur (keine Angst, ich kannte den vorher auch nicht!) und Johann Sebastian Bach ist zudem noch eine genauso wunderbare Kantate von Johann Kuhnau enthalten, die für mich zum besten gehört, was bisher von diesem Komponisten, dem ich mich ja seit Jahren sehr intensiv widme, bekannt ist. Wenn dann im Spätherbst unsere Kuhnau-CD Vol. 5 erscheinen wird, kann es einen direkten Interpretationsvergleich geben, so viel sei vorab verraten…
Jedenfalls ergeht hiermit unbedingte und herzliche Empfehlung, diese tolle Aufnahme zu hören oder gleich zu bestellen! Ich hoffe, Ihnen gefällt sie eben so sehr wie mir – schreiben Sie mir doch gern einmal Ihren Eindruck, das würde mich freuen!

Übrigens führte mich das erste Konzertprojekt meiner neuen Saison zum weltgrößten Festival für Alte Musik, dem Festival Oude Muziek Utrecht, wo ich mit dem Ensemble Weser-Renaissance zur Eröffnung im TivoliVredenburg singen durfte:

Außerdem brachten wir bei einem Nachtkonzert noch ein vollständiges Madrigalbuch von Jean de Macque zur Aufführung – ein toller Start ins neue Konzertjahr. Vielleicht sehen wir uns ja bei einem meiner nächsten Konzerte?

Ihr
David Erler

Premiere bei bachipedia.org

Im Herbst 2018 durfte ich zum ersten Mal bei und mit den großartigen Kollegen der Bach-Stiftung St. Gallen und deren Leiter und spiritus rector Rudolf Lutz musizieren. Auf dem Programm stand die Kantate „Ach, lieben Christen, seid getrost“ (BWV 114) von Johann Sebastian Bach.
Das besondere an der Arbeit des Ensembles ist: es gibt pro Konzert genau eine Bachkantate. Sie wird zum Beginn des Konzertes (und nach einer Werkeinführung, die sich bei dieser Reihe schon längst zum „heimlichen Höhepunkt“ gemausert hat und deren „Lutzogramme“ schon fast Legendenstatus genießen) aufgeführt, danach folgt eine Reflexion über die Kantate, ihren Text, ihre Bestimmung o.ä., zumeist durch einen namhaften Referenten, und dann wird die Kantate erneut musiziert. Die zweite Aufführung derselben Kantate hinterläßt dann naturgemäß noch einmal einen ganz neuen, oft tieferen Eindruck, weil man beim zweiten Hören und mit den vielfältigen Anregungen der Reflexion noch einmal ganz anders zuhören und in sich aufnehmen kann.

Jedenfalls durfte ich mich nun auch zum ersten Mal so intensiv einer dieser Kantatenaufführungen widmen, und das Ergebnis ist nun sowohl online auf der überaus empfehlenswerten, enzyklopädischen Website bachipedia.org zu sehen als auch via DVD nach Hause zu holen.
Ausdrückliche Empfehlung also, und große Freude meinerseits, hier nun auch verewigt worden zu sein.

Viel Freude beim Zuhören und -schauen wünscht
Ihr
David Erler

PS: Hier noch das fast schon obligatorische Becherfoto vom Konzertort, der Evangelischen Kirche in Speicher (AR):

Bachs „h-Moll-Messe“ bei AllofBach.com

Seit nunmehr einem Jahr ist es vollbracht: auf der Website www.allofbach.com ist das Video von Johann Sebastian Bachs „h-Moll-Messe“ BWV 232 online!

Aufgenommen wurde ein Konzert, das im Rahmen einer Tour am 15. Dezember 2016 in der wunderschönen Grote Kerk in Naarden stattfand, und es handelt sich tatsächlich um einen echten Live-Mitschnitt! Ausführende waren die Nederlandse Bachvereniging mit den (auch sämtliche Chorsätze singenden) Solisten Hana Blažíková, Anna Reinhold, David Erler, Thomas Hobbs und Peter Harvey, die Leitung hatte Jos van Veldhoven.

Sehenswert ist nicht nur das Konzert selbst, sondern auch – wie bei AllofBach üblich – die begleitende Kurzdokumentation, die etliche Interviews mit vielen Beteiligten enthält und dadurch eine sehr persönliche Sicht auf dieses herausragende Werk Bachs bietet.
Zwei Werbevideos gibt es auch online zu sehen: eines als eine Art Teaser, in dem ich auch kurz zu Wort komme, und ein zweites mit dem Cum Sancto Spiritu aus dem Gloria der Messe (siehe unten).

Ich wünsche Ihnen so viel Freude beim Anschauen und -hören der h-Moll-Messe, wie ich sie beim Singen hatte!
Herzlich –
Ihr
David Erler