MDR-Klassik-Gespräch

Anfang Juni habe ich nun tatsächlich meine erste Solo-CD aufnehmen dürfen! Und ich danke auch auf diesem Wege allen von ganzem Herzen, die sich an unserer Crowdfunding-Aktion beteiligt haben – wir alle, das Orchester l’arpa festante und ich, sind unglaublich dankbar für diese Großzügigkeit, die uns trotz aller Widrigkeiten unsere gemeinsame CD ermöglicht hat: „Schatzkammer Mitteldeutschland“! Danke!

Kaum zurück in Leipzig, durfte ich schon mit Grit Schulze vom MDR über die Aufnahme, die Musik, meinen Start ins Sängerleben und mein aktuelles Engagement für die Freiberufler und KünstlerInnen in ganz Deutschland sprechen. Auch für diese Möglichkeit bin ich sehr dankbar, und bei der nächsten Sendung kann dann ja vielleicht sogar schon etwas von der Musik erklingen?!
Hier geht’s zum Interview!

Und hier gibt es einen ersten kleinen Eindruck aus den Proben, die Sinfonia aus „Bonum est confiteri“ von Johann Christoph Schmidt:

Bonum est confiteri

Bleiben Sie gespannt, wie’s weitergeht, und bleiben Sie zuversichtlich und behütet –
Ihr
David Erler

Solo-CD trotz Corona – Crowdfunding

Seit vielen Monaten schon ist die Aufnahme meiner ersten echten Solo-CD geplant. Gemeinsam mit dem wunderbaren Barockorchester l’arpa festante soll eine CD mit dem Arbeitstitel „Schatzkammer Mitteldeutschland“ entstehen. Das Programm enthält „Psalmen und Lobgesänge“, vertont von Komponisten aus dem mitteldeutschen Raum: Wolfgang Carl Briegel, Johann Christoph Schmidt, Johann Theile – und einige anonym überlieferte Werke. Tolle Musik, die ich ausgegraben und ediert habe, und die wir für das Label Christophorus einspielen möchten.
Nun sah unser Plan vor, daß wir die Finanzierung der CD zu einem Großteil mit Mitteln aus den Einnahmen unserer Konzerte stemmen. Diese sind aber aus den bekannten Gründen allesamt unter- und abgesagt worden, so daß der Plan nicht mehr aufgehen kann. Aber da wir gern trotzdem diese wunderbare Musik produzieren möchten, haben wir kurzerhand eine Crowdfunding-Aktion auf der Plattform startnext gestartet. Wer uns also gern unterstützen und unser Vorhaben auf diese Weise doch noch ermöglichen helfen möchte, der ist ganz herzlich eingeladen, einen kleinen Teil beizutragen. Unser aller Dankbarkeit ist Ihnen sicher – und wenn Sie mögen sogar das eine oder andere ganz reale Dankeschön. Schauen Sie also gern mal vorbei, und seien Sie jetzt schon gespannt auf das Endergebnis!

Alles Gute, und bleiben Sie zuversichtlich und behütet –
Ihr
David Erler

Kuhnau Vol. 5 ist da!

Es gibt Neuigkeiten von unserem Kuhnau-Projekt – nämlich die neueste CD-Veröffentlichung! Soeben beim Label cpo erschienen, ist Vol. 5 für mich persönlich ein echtes programmatisches Highlight der Reihe. Und natürlich auch ein großartiges Weihnachtsgeschenk!
Neben einem der ganz wenigen schon bekannteren Werke, nämlich „Gott, sei mir gnädig“ (das zurecht bekannter ist und auch öfter aufgeführt wird, weil es einfach großartige Musik ist), gibt es zwei tolle Solokantaten: eine für Sopran, die Isabel Schicketanz ganz zauberhaft singt – und, so möchte ich bei aller Bescheidenheit als Herausgeber der Noten feststellen, wohl erstmals mit vollständig richtigem Text -, und eine weitere für Baß, ebenso gut gesungen von Friedemann Klos.

Außerdem gibt es die Ersteinspielung von „Singet dem Herrn ein neues Lied“, einer Psalmvertonung, die mich vor allem durch ihre lautmalerische Umsetzung des Textes im Mittelteil begeistert. Und abgerundet wird die CD mit einer weiteren Kantate, die für mich zum Schönsten gehört, was von Kuhnau bekannt ist: „Ich habe Lust, abzuscheiden“. Eigentlich ist da jeder einzelne Satz ganz besonders (vor allem die sehr kurzen, aber unglaublich intensiven Binnen-Chöre), aber am Ende toppt das eine seiner ergreifendsten Choralvertonungen zu „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“.
Und hier nun kann auch der in einer der letzten News-Meldungen angekündigte Interpretationsvergleich realisiert werden, denn eben diese Kantate durfte ich auch schon mit L’arpa festante für die CD „Einsamkeit, o stilles Wesen“ einspielen. Wenn Sie sich tatsächlich auf diesen Vergleich einlassen, dann schreiben Sie mir doch gern, was Ihnen dabei auffällt, das würde mich interessieren und freuen!
Auf einen entscheidenden Unterschied möchte ich aber gleich selbst hinweisen: auf unserer Kuhnau-CD spielt unser Leiter Gregor Meyer wieder kongenial die Silbermann-Orgel in der Georgenkirche zu Rötha, die Kuhnau selbst einst mit eingeweiht hat. Das muß man gehört haben!

Nun wünsche ich Ihnen eine gesegnete und möglichst besinnliche Adventszeit! Vielleicht sehen wir uns ja bei einem meiner nächsten Konzerte?

Ihr
David Erler

Mitteldeutsche Einsamkeit

Meine neueste CD-Veröffentlichung steht unter dem Titel „Einsamkeit, o stilles Wesen“. Und selten war ich so glücklich über eine Aufnahme, das gebe ich gern zu. Endlich wieder einmal – sage und schreibe 15 Jahre nach unserer CD-Produktion mit Musik von David Pohle, die damals zugleich meine erste Aufnahme als Solist war – durfte ich mit dem Ensemble L’arpa festante und Christoph Hesse am Mikrophon stehen, gemeinsam mit den großartigen Sängerkollegen Sibylla Rubens, Hans-Jörg Mammel und Thomas Gropper. Aber nicht nur die Besetzung hat Freude gemacht, sondern auch und besonders die durchweg wunderbare Musik: barocke Kantaten aus Mitteldeutschland, also die Musik, in der ich mich am meisten zuhause und der ich mich besonders verbunden und verpflichtet fühle.
Allein für den Eingangschor der ersten Kantate lohnt sich das Hören dieser CD. Christian August Jacobis Kantate „Meine Sünden gehen über mein Haupt“ war für mich DIE Entdeckung bei dieser Aufnahme, und der erste Satz geht mir noch immer zu Herzen, wenn ich ihn nun höre. Neben weiteren Kantaten von Johann David Heinichen, Ernst Nicolaus Thaur (keine Angst, ich kannte den vorher auch nicht!) und Johann Sebastian Bach ist zudem noch eine genauso wunderbare Kantate von Johann Kuhnau enthalten, die für mich zum besten gehört, was bisher von diesem Komponisten, dem ich mich ja seit Jahren sehr intensiv widme, bekannt ist. Wenn dann im Spätherbst unsere Kuhnau-CD Vol. 5 erscheinen wird, kann es einen direkten Interpretationsvergleich geben, so viel sei vorab verraten…
Jedenfalls ergeht hiermit unbedingte und herzliche Empfehlung, diese tolle Aufnahme zu hören oder gleich zu bestellen! Ich hoffe, Ihnen gefällt sie eben so sehr wie mir – schreiben Sie mir doch gern einmal Ihren Eindruck, das würde mich freuen!

Übrigens führte mich das erste Konzertprojekt meiner neuen Saison zum weltgrößten Festival für Alte Musik, dem Festival Oude Muziek Utrecht, wo ich mit dem Ensemble Weser-Renaissance zur Eröffnung im TivoliVredenburg singen durfte:

Außerdem brachten wir bei einem Nachtkonzert noch ein vollständiges Madrigalbuch von Jean de Macque zur Aufführung – ein toller Start ins neue Konzertjahr. Vielleicht sehen wir uns ja bei einem meiner nächsten Konzerte?

Ihr
David Erler